RASCOguard FBV: Die Membran, die mit dem Beton verschmilzt

RASCOguard FBV ist ein Frischbetonverbundsystem auf TPO/FPO-Basis zur Abdichtung erdberührter Betonbauwerke. Die Bahn wird vor dem Betonieren verlegt und geht beim Erhärten des Betons einen vollflächigen, hinterlaufsicheren Verbund mit der Konstruktion ein – Wasser kann nicht zwischen Membran und Beton wandern. Das System ist nach EN 13967 CE-zertifiziert, gegen drückendes Wasser geprüft (Dichtheit über 9 bar bei 1 mm Rissöffnung), überbrückt Risse bis 20 mm und wirkt zusätzlich als Barriere gegen Radon, Chemikalien und Salze. Ergänzt wird es durch die Dichtbänder RASCOguard DBI/DBA und das Universaltape RASCOguard UTV.

Membranen haben in der Bauwerksabdichtung einen zwiespältigen Ruf. Sie schützen vollflächig – aber wird eine konventionelle Bahn undicht, wandert Wasser zwischen Membran und Beton und tritt irgendwo im Innenraum aus, weit entfernt von der eigentlichen Leckstelle. Genau diese Schwäche überwindet das Frischbetonverbundsystem RASCOguard FBV. Wie? Indem die Membran nicht neben dem Beton liegt, sondern mit ihm eins wird.

Das Grundproblem konventioneller Membranen

Eine klassische Abdichtungsbahn wird gegen den Beton gelegt, aber sie verbindet sich nicht mit ihm. Zwischen Bahn und Bauwerk bleibt ein hauchdünner Spalt. Solange alles dicht ist, spielt das keine Rolle. Entsteht aber an einer Stelle eine Beschädigung – ein Stich, eine schlecht verschweisste Naht, ein Riss im Beton – dann findet Wasser seinen Weg in genau diesen Spalt. Und dort wandert es. Die Leckstelle im Innenraum liegt dann oft meterweit von der eigentlichen Eintrittsstelle entfernt. Die Folge: aufwendige Leckortung, im schlimmsten Fall Aufgrabungen. Fachleute nennen dieses Phänomen «Hinterläufigkeit» – Wasser läuft hinter die Abdichtung. Es ist die klassische Achillesferse jeder lose verlegten Membran.

Wie RASCOguard FBV das Problem löst: der Verbund

RASCOguard FBV ist ein Frischbetonverbundsystem. Der entscheidende Unterschied steckt im Wort «Verbund». Die Bahn wird vor dem Betonieren verlegt – mit der TPO/FPO-Deckschicht zum Erdreich und einer speziellen Verbundzone aus PP-Fasern zum künftigen Beton hin. Wird der Frischbeton eingebracht, verzahnt er sich mechanisch und adhäsiv mit dieser Faserschicht. Nach dem Erhärten ist die Membran untrennbar mit dem Bauwerk verbunden.

Das Ergebnis: Es gibt keinen Spalt mehr, in dem Wasser wandern könnte. Selbst wenn die Bahn punktuell beschädigt würde, bleibt der Schaden lokal begrenzt – das Wasser kann sich nicht hinter der Abdichtung verteilen. Diese Eigenschaft heisst Hinterlaufsicherheit, und RASCOguard FBV erreicht hier geprüfte Werte von mindestens 900 kPa.

Die technischen Werte im Überblick.

RASCOguard FBV ist in zwei Stärken erhältlich – FBV12 (1,2 mm Membrandicke) und FBV08 (0,8 mm). Beide sind nach EN 13967 CE-zertifiziert und von der notifizierten Stelle KIWA geprüft.

 

Kennwert

RASCOguard FBV12

RASCOguard FBV08

Membrandicke

1,2 mm (Gesamt ca. 2,1 mm)

0,8 mm (Gesamt ca. 1,7 mm)

Hinterlaufsicherheit

≥ 900 kPa

≥ 900 kPa

Wasserdichtheit

500 kPa / 72 h geprüft

500 kPa / 72 h geprüft

Langzeit-Wasserdruck

≥ 900 kPa / 17 Tage

≥ 900 kPa / 17 Tage

Rissüberbrückung

bis 20 mm

bis 20 mm

Temperaturbeständigkeit

−40 °C bis +120 °C

−40 °C bis +120 °C

Höchstzugkraft (MD)

≥ 750 N / 50 mm

≥ 540 N / 50 mm

 

Bemerkenswert sind vor allem zwei Werte: Bei 1 mm Rissöffnung hält das System einem Wasserdruck von über 9 bar stand, bei grösseren Rissöffnungen von 3,2 bis 5 mm immer noch 6,9 bar. Und die geprüfte Rissüberbrückung bis 20 mm gilt unter statischer wie dynamischer Belastung – das System verkraftet also auch Bauteile, die sich bewegen.

Das Injektions-Prinzip: lokale Wirkung dort, wo es nötig ist

Die Injektion arbeitet grundlegend anders: Reaktive Harze – Acrylate, Polyurethane, Silikate – werden gezielt über Bohrlöcher und Packer in den Beton, in Fugen oder ins angrenzende Erdreich eingebracht. Sie reagieren vor Ort zu einem dichten, oft flexiblen Körper. Es entsteht keine durchgängige Haut, sondern eine punktgenaue Abdichtung – und das funktioniert auch unter drückendem Wasser und ohne Aussenzugang.

Die drei Verfahren im direkten Vergleich

Kriterium

Injektion

Konventionelle Membran

Verbundsystem (FBV)

Wirkungsweise

Punktuelle Verpressung

Lose verlegte Barriere

Mit Beton verbundene Barriere

Hinterlaufen möglich

Nicht relevant

Ja

Nein, hinterlaufsicher bei korrektem Einbau

Aussenzugang nötig

Nein

Ja

Nein, vor Betonage verlegt

Bestandssanierung

Sehr gut geeignet

Schwierig

Nicht geeignet (Neubau)

Nachträglich justierbar

Ja, nachverpressbar

Nein

Begrenzt

Einsatz unter Wasser

Ja, mit PU-Harzen

Nein

Nein (Verlegung im Trockenen)

Ideal für

Sanierung, lokale Schäden

Einfachere Neubauten

Geplante Flächenabdichtung Neubau

Mehr als Wasser: Radon, Chemikalien, Salze

RASCOguard FBV dichtet nicht nur gegen Wasser ab. Dank der chemischen Beständigkeit der TPO/FPO-Membran wirkt das System auch als zuverlässige Barriere gegen weitere Einflüsse:

  • Radon: Das natürlich vorkommende, gesundheitsgefährdende Edelgas wird zuverlässig zurückgehalten – relevant überall dort, wo Aufenthaltsräume unter Terrain liegen.
  • Chemikalien: geprüfte Beständigkeit gegen Kalkhydrat, schweflige Säure und Natriumchlorid – einsetzbar in alkalischen Umgebungen und salzhaltigem Grundwasser.
  • Salze und Mikroorganismen: beständig gegen Durchwurzelung, Mikroorganismen und Salzbelastung.

Gleichzeitig ist das Material umwelttechnisch unbedenklich: Die Grenzwerte der Bundes-Bodenschutzverordnung für den Wirkungspfad Boden-Grundwasser werden eingehalten, und das System ist nach REACh sowie M Geok E als umweltverträglich eingestuft.

Das System: Bahn, Dichtbänder, Tape

RASCOguard FBV ist kein Einzelprodukt, sondern ein abgestimmtes System. Denn die beste Bahn nützt wenig, wenn die Details – Ecken, Durchdringungen, Übergänge – nicht ebenso sorgfältig gelöst sind. Drei Komponenten arbeiten zusammen:
Komponente Funktion Einsatz
RASCOguard FBV Frischbetonverbundbahn (TPO/FPO) Flächenabdichtung von Bodenplatten, Wänden, Fertigteilen
RASCOguard DBI / DBA FPO-Dichtbänder, innen- und aussenliegend Bind- und Spannstellen, Stumpfstösse, Reparatur von Fehlstellen
RASCOguard UTV Universaltape mit Vlies Übergänge, Durchdringungen, Anschlüsse an Fremdsysteme
Die Bahnen sind in drei Ausführungen erhältlich: als Standardvariante mit Vollvlies, als R-Variante mit vliesfreiem Streifen für Übergänge zu anderen Systemen und als SK-Variante mit integriertem Selbstkleberand für schnelle Applikation. Die Stösse werden je nach Ausführung thermisch verschweisst, mit Systemkleber verbunden oder über den werkseitigen Selbstklebestoss hergestellt.

Wo RASCOguard FBV im RASCOR-Portfolio steht

Mit RASCOguard FBV erweitert RASCOR sein Abdichtungsangebot um eine wichtige Variante. Die Frage ist nicht «Verbundmembran oder Weisse Wanne?», sondern: Welches System passt zu welchem Projekt – und wie ergänzen sie sich?

 

Als komplementäre Massnahme zur Weissen Wanne. RASCOguard FBV lässt sich gezielt mit WU-Betonkonstruktionen kombinieren – etwa zur zusätzlichen Sicherung über Arbeits- und Sollrissfugen oder bei besonders hoher Druckwasserbeanspruchung. Das System ist mit WU-Beton der Konsistenzklassen F2 bis F6 sowie mit Leicht- und selbstverdichtendem Beton kompatibel.

 

Als eigenständige Flächenabdichtung. Für Bodenplatten, Fundamente, Aussenwände und Betonfertigteile im Hoch-, Tief- und Tunnelbau ist RASCOguard FBV eine vollwertige Abdichtungslösung.

 

Dort, wo Injektion nicht greift. Die Injektionstechnik bleibt erste Wahl für nachträgliche Abdichtung und Bestandssanierung. RASCOguard FBV ist das Pendant für die geplante Flächenabdichtung im Neubau – beide Verfahren ergänzen sich, statt zu konkurrieren

Praktische Vorteile auf der Baustelle

  • Verarbeitbar auf feuchtem Untergrund: solange kein stehendes Wasser vorliegt – das macht das System witterungstoleranter als viele Alternativen.
  • Breites Temperaturfenster: thermische Fügungen bis −10 °C, Systemklebungen ab 0 °C möglich.
  • Visuelle Kontrolle vor der Betonage: Stösse und Übergänge lassen sich vor dem Betonieren prüfen und nacharbeiten.
  • Robuste Materialstruktur: hohe Stossbelastbarkeit und Weiterreisswiderstand schützen die Bahn während der Bauphase.
Häufige Fragen zu RASCOguard FBV
Was ist ein Frischbetonverbundsystem?

 Ein Frischbetonverbundsystem ist eine Abdichtungsbahn, die vor dem Betonieren verlegt wird und sich beim Erhärten des Betons fest mit der Konstruktion verbindet. Dadurch entsteht ein vollflächiger, hinterlaufsicherer Verbund – im Gegensatz zu lose verlegten Membranen, bei denen Wasser zwischen Bahn und Beton wandern kann.

  Hinterlaufsicher bedeutet, dass Wasser nicht zwischen Abdichtungsbahn und Bauwerk wandern kann. Bei RASCOguard FBV verzahnt sich der Frischbeton mit der Verbundzone der Membran, sodass kein durchgängiger Spalt entsteht. Eine eventuelle Beschädigung bleibt dadurch lokal begrenzt. Geprüfter Wert: mindestens 900 kPa.

Das System ist gegen drückendes Wasser geprüft. Bei 1 mm Rissöffnung hält es einem Druck von über 9 bar stand, bei Rissöffnungen von 3,2 bis 5 mm noch 6,9 bar. Im Langzeitversuch wurden mindestens 900 kPa über 17 Tage bestätigt.

Ja. Die TPO/FPO-Membran wirkt als zuverlässige Barriere gegen das radioaktive Edelgas Radon. Das ist besonders relevant bei Aufenthaltsräumen unter Terrain in radonbelasteten Regionen.

Ja, RASCOguard FBV ist als komplementäre Massnahme zu WU-Betonkonstruktionen konzipiert und mit WU-Beton der Konsistenzklassen F2 bis F6 sowie mit Leicht- und selbstverdichtendem Beton kompatibel. Es wird unter anderem zur zusätzlichen Sicherung über Arbeits- und Sollrissfugen eingesetzt

 RASCOguard FBV ist nach EN 13967 CE-zertifiziert – der europäischen Norm für Abdichtungsbahnen. Die Prüfung erfolgte durch die notifizierte Stelle KIWA. RASCOguard FBV12 erfüllt zusätzlich die Anforderungen nach DIN/TS 20.000-202 und damit DIN 18533 für die Bauwerksabdichtung.

 Es sind die Systemkomponenten für Details. RASCOguard DBI und DBA sind FPO-Dichtbänder für innen- und aussenliegende Anschlüsse, Stumpfstösse und Reparaturen. RASCOguard UTV ist ein Universaltape für Übergänge, Durchdringungen und Anschlüsse an Fremdsysteme.

Fazit: 

RASCOguard FBV beantwortet die wichtigste Kritik an Membranabdichtungen: Durch den vollflächigen Verbund mit dem Beton kann Wasser nicht mehr hinter die Abdichtung wandern. Kombiniert mit der geprüften Druckwasserbeständigkeit, der Rissüberbrückung bis 20 mm und der Barrierewirkung gegen Radon und Chemikalien entsteht ein Abdichtungssystem, das die Stärken der Membran nutzt, ohne ihre klassische Schwäche zu übernehmen. Für RASCOR ist es eine konsequente Portfolioerweiterung – die geplante Flächenabdichtung im Neubau, abgestimmt auf die bewährte Injektions- und Weisse-Wanne-Kompetenz.

Sie planen ein Bauwerk und prüfen, ob RASCOguard FBV die richtige Lösung ist?  Das RASCOR-Team berät Sie zur passenden Systemwahl. Kontakt: +41 44 857 11 11 oder sales@rascor.com.

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